Das Anzinger Wappen

So alt schon die Geschichte der Gemeinde selbst ist, so jung ist noch ihr Wappen: erst am 15.03.1967 wurde der Entwurf des Gautinger Heraldiker C.Blessing vom Innenministerium genehmigt.

Das Wappen zeigt einen aufrecht stehenden, bis zur Hüfte sichtbaren schwarzen Löwen mit roten Krallen und roter Zunge auf goldenem Grund. Über dem Löwen finden sich zwei schräg gekreuzte blaue Lilienstäbe.

Im Wappen der Gemeinde Anzing sind die Adelswappen der beiden, für die Anzinger Geschichte bedeutsamen, Adelgeschlechter verschmolzen:

Die Lilienstäbe entstammen dem Adelswappen der Sunderndorfer (auch Sonderndorfer). Die Sunderndorfer wurden 1180 erstmals in einer Schenkungsurkunde an Ebersberg erwähnt und hatten ihren Sitz bis 1621 vermutlich im heutigen südlichen Ortsteil. „Sunderndorf“ bedeutet etwa auch „südliches Dorf“. Im Volksmund wird auch heute noch der Ortsteil als „Unterdorf“ bezeichnet. Die Sunderndorfer waren vermutlich auch Erbauer der ersten Anzinger Marienkirche.

Der schwarz-rote Löwe ist dem Adelswappen der Höger von Anzing entlehnt. Ursprünglich aus einer Münchner Handelsfamilie stammend wurden Franz Benedikt und Hans Benno Höger vom Kurfürsten Ferdinand Maria 1676 in den Adelsstand erhoben. Die Familie hatte in Anzing 1633 bis 1783 ihren Sitz, zu dem neben dem Schloß die Höger-Kapelle und ein Schlößl am Kaisersberg gehörten.